Deutsche Lieder
Werte Leserinnen und Leser,
Liebe Constipendiaten,
Ludwig Hamman, Reisender und Abenteurer der ersten Jahre des vergangenen Jahrhundertes, erzählt in seiner Reise im Land der Pharaonen wie der Papst Pius X in einer Audienz nach Erteilung des apostolischen Segens zu einer deutschen Pilgergruppe gesagt haben soll, wie verwundert er war, dass sie gar nichts gesungen haben, denn die Deutschen den ganzen Tag singen.
Nach neun Monaten in Deutschland, kann ich nur diesen Vorwurf bestätigen. Deutsche mögen einfach das Singen. Zum Geburtstag, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, im Gottesdienst oder nur bei einer Tasse Tee oder einem Bier finden die Deutschen einen guten Anlass zum singen. Tiere und Pflanzen, glückliche und unglückliche Liebe, Wandern und Jagen, Elend und Freude und vieles mehr gehören die breite Thematik des alten und neuen deutschen Gesangs.
So bilden Lieder einen erheblichen Bestandteil des Kulturgutes dieses Landes. Der Nachtigall von Wittenberg Hans Sachs; der weltberühmte Mozart ; und natürlich die ganzen Romantiker, also die Gebrüder Grimm, Eichendorff, Schubert und Mendelsohn in der Musik und andere erkannten das und machten daraus ewige Kunstwerke.
So hatte ich im Laufe der Woche Gelegenheit gehabt, diese Leidenschaft der Deutschen auf verschiedene Weise zu erleben. So besuchte ich am Montag entgegen meiner Gewohnheit eine nah gelegene Diskothek, die sog. „Schlagerschicht“. Der Begriff Schlagermusik entspricht mehr oder minder mit dem englischen Terminus „pop music“; so dass in diesem Lokal Musik solcher Gattung gespielt wurde. Zum meinem Erstaunen erklärten mir die mir begleitenden Kommillitonen, dass in deutsche Diskotheken erwartet wird, nicht nur dass man tanzt und ähnliches, sondern, dass man die Lieder singt. Und tatsächlich sangen alle ganz viel.
An nächsten Tag, am Dienstag, hatten wir Besuchdienst im Schloss Heitersheim. Das Schloss gehörte dem Malteserorden mehrere Jahrhunderte bis zur Säkularisation. Dann wurde es von dem Orden der Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul erworben, und ist seither teils eine Schule für gestig behinderte Kinder, und teils ein Altersheim für die pensionierte Nonnen. Wir besuchen die Schwestern jede zweite Woche in verschiedenen Gruppen.
Der Tag war wirklich herrlich, und so befanden viele Schwestern im Garten zum Kaffee und Kuchen. Der Professor H. setzte sich zu den Schwestern, während ich ein Spaziergang mit Schwester Maria Corsina im Blumengarten (es gibt mehrere Gärten und Höfe) machte. Als wir wieder zum Tisch kehrten, nahmen wir auch Kaffee und Gebäck. Dann schlug jemandem vor, Lieder zu singen und, werte Leser, dann genoß ich fast ein Konzert deutscher Volkslieder, unter dem achteckigen Ritterkreuz und dem Schatten der badischen Pappeln. Das einzige Lied was ich aus meiner Kindheit in der Deutschen Schule kannte war dieses Lied, das mit dem Vers beginnt: „Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle…“.
Am Mittwoch, nach Schlager- und Volkslieder, war Tag der Geistlichenlieder i. S., dass im Gottesdienst besonders lokalgeprägte Lieder diesmal gewählt wurden. Wir sangen dieses berührendes Lied, das beginnt mit „ Gesegnet, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit…“. In der Kirche ist es viel leichter zu singen, als etwa in der Schlagerschicht. Es gibt immer in den katholischen, das Gotteslob, und in den lutherischen, das EGB; so dass man sowohl Melodie als Text folgen kann. Ich kann mich noch erinnern, wie ich so sehr staunte als ich vor sehr langer Zeit zum ersten Mal in ein deutsches Tempel eintart, und ich diese komischen Tafeln mit Nummern an den Wänden sah, eben ein Ausdruck der Liebe der Deutschen zum Gesang.
Ich heiße Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff und studiere Jura in Freiburg seit dem letzten Wintersemester.
Enough food and drink sampling at Anuga? How about some German technology? Just outside Hall 8 of the fair, a mini Zeppelin was spotted hovering above our heads. This fascinating craft is operated by Friedrich, a 20-year-old electrical engineering undergraduate. He flies this Zepplin nine hours a day and walks about at the north entrance [...]
When we leave home and head to a foreign country to study, one of the things we miss the most is FOOD. All those delicious things that reminds us our home country!! At the Anuga, we found people from every part of the world offering their typical food so we can have them at the [...]
Echt klasse!!! Gefällt mir sehr dein Bericht und die Lobeshyme auf den Gesang!!
Auch ich singe für mein Leben gern und bin Vorsitzende eines Gesangsvereins.
Bin nur durch einen mega Zufall hier draufgestoßen!! Wohne gar nicht so weit weg, nämlich in Fridingen an der schönen Donau!
Weiterhin viel Erfolg beim Studieren!
Grüße
Janett
Comment by Janett verfasst 30. July 2009 um 13:50
Hallo Ignacio,
ich habe dir ja schon gesagt: dein Bericht ist sehr gut
Ich hoffe doch, dir hat unser Ausflug gefallen.
@ Janett: Fridingen ist wirklich nicht so weit weg – ich wohne ja in Nendingen (101 Km von Freiburg) —> die Welt ist doch ein Dorf =)
Comment by Michael verfasst 3. August 2009 um 22:16