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Margaret Atwood
kanadische Schriftstellerin
Gast des „Berliner Künstlerprogramms“ 1984
"Das Erzählen ist eine Fähigkeit, die zum überleben Tausender von Generationen noch vor Beginn unserer Geschichtsschreibung beigetragen hat."
Margaret Atwood zählt zu den bekanntesten feministischen Autorinnen und gilt als Galionsfigur der kanadischen Literatur. Ihr Werk ist geprägt von der gesellschaftlichen Rolle der Frau, aber auch von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen und der Umweltzerstörung.
Den ersten großen internationalen Erfolg erzielte die 1939 geborenen Schriftstellerin mit dem Roman „Report der Magd“ (1985). Mittlerweile sind mehr als 50 Gedichte, Kurzgeschichten, Essays, Romane und Kinderbücher in über 20 Sprachen erschienen. Auch in Deutschland landeten ihre Werke immer wieder auf der Bestsellerliste.
1984 ging sie als Gast des Berliner Künstlerprogramms für ein Jahr in die damals noch geteilte Stadt. Dort schrieb sie den Anfang vom „Report der Magd“. Seitdem ist sie Deutschland verbunden. Im Frühjahr 2010 verlieh ihr die Stadt Dortmund für ihr Gesamtwerk den Nelly-Sachs-Preis. Dabei begrüßte sie die Anwesenden auf Deutsch. Doch gab sie zu „Ich kann es meist verstehen, aber sprechen ist schwieriger“.
Die Tochter eines Insektenforschers wuchs in der Wildnis Kanadas auf. Dabei musste die Familie einige Monate im Jahr ohne Elektrizität und fließend Wasser auskommen. Diese Zeit prägte die Schriftstellerin, ihre Erfahrungen aus der Kindheit flossen in einige Werke ein.
Nach dem Studium der englischen Sprache und Literatur in Toronto und und Harvard lehrte sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten in Kanada und den USA. Parallel veröffentlichte sie ihre ersten Bücher. „Das Erzählen ist eine Fähigkeit, die zum überleben Tausender von Generationen noch vor Beginn unserer Geschichtsschreibung beigetragen hat.“ So beschrieb Margaret Atwood 2010 die Fähigkeiten des Erzählens gegenüber der Zeitung „Der Westen“.
Doch nicht nur das Schreiben liegt Margaret Atwood am Herzen, seit vielen Jahr engagiert sie sich auch für die Umwelt und die Natur. „Ausdrücklich politisch tätig werde ich, wenn es um Umweltbelange geht – die Herzenssache einer typischen Kanadierin, sozusagen“, sagte Margaret Atwood gegenüber der Wiener Zeitung.
Margaret Atwood erhielt mehrere Ehrendoktortitel sowie diverse renommierte nationale und internationale Auszeichnungen - unter anderem die wichtigsten Literaturpreise Kanadas und Großbritanniens, den Governor General’s Award und den Booker Prize, sowie den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis.
Stand: 2011-04-14