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Alemayehu Gebissa
Alemayehu Gebissa kam 1986 aus der damals sozialistischen Volksrepublik Äthiopien in die DDR. „Viele äthiopische Studenten gingen zu der Zeit in die Sowjetunion, einige in englischsprachige Länder. Die Chance, einen Studienplatz in der DDR zu bekommen, war aber größer und so bin ich nach Rostock gekommen. Nach der Wiedervereinigung hatte ich das Glück, mein Studium dank einer DAAD-Förderung fortsetzen zu können.“ Ein landwirtschaftliches Studium hatte Gebissa am Junior College of Agriculture der Jimma Universität bereits abgeschlossen, als er zunächst in Leipzig landete, wo er am Herder-Institut die Sprachvorbereitung absolvierte. Zwischen 1987 und 1992 studierte er dann Meliorationsingenieurwesen (heute: Landeskultur und Umweltschutz) an der Universität Rostock.
„Nach dem Diplom hatte ich eigentlich kein Geld für die Promotion, die mir angeboten wurde.“ Deshalb jobbte er nebenher in einem Ingenieurbüro. Nach der Wende erhielt er einen Drei-Jahresvertrag und blieb auch nach der Promotion der Universität treu. Geplant war das ursprünglich nicht. „Ich hatte vor, gleich nach dem Studium in meine Heimat zurück zu kehren. Jetzt bin bereits seit 23 Jahren in Deutschland, habe aber noch immer meinen äthiopischen Pass.“ Seinem Heimatland fühlt sich der Wissenschaftler sehr verbunden. Er organisiert seit 2001 mit Unterstützung des DAAD Alumni-Konferenzen und Summer Schools an verschiedenen äthiopischen Universitäten.. Zur ersten Konferenz „Umweltgerechte Nutzung und nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume“ in Addis Abeba kamen 2002 etwa 100 Alumni. Es folgten Projekte an den Universitäten Jimma (2003), Debub (2004) und Arba Minch (2005). Bis 2010 hat der DAAD bereits weitere Summer School-Projekte zum Thema Umwelt- und Ressourcenschutz in Äthiopien und Jemen bewilligt.
Durch die Initiative des engagierten Ingenieurs sind zwischen der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (AUF) der Universität Rostock und verschiedenen äthiopischen Hochschulen enge Kontakte entstanden. 2006 etablierte die AUF an der School of Environmental Health Sciences in Jimma einen Masterstudiengang im Rahmen einer fachbezogenen Hochschulpartnerschaft. Das vom DAAD finanzierte Projekt ermöglicht den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Regelmäßig reisen Rostocker Hochschullehrer nach Äthiopien, auch Alemayehu Gebissa hält einmal jährlich dort eine Blockvorlesung zum Thema „Straßen- und Deponiebau“. Für sein Engagement wurde Gebissa 2008 von der Universität Jimma zum Honorarprofessor für Straßenbau berufen.