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Gestern Stipendiat - und heute?
Christiane Lemke
Politikwissenschaftlerin
Jahresstipendium 1983/84 an der Harvard University, USA
"Mein erster Aufenthalt in den USA war ein Erlebnis von großer wissenschaftlicher Offenheit. Das hat mich sehr stark geprägt."
Distanz erweitert den Blickwinkel. So ergeht es immer wieder der deutschen Politikwissenschaftlerin Christiane Lemke. 1983 reiste sie mit einem DAAD-Stipendium in die USA, um an der Harvard University für ihre Habilitation zu arbeiten. Seitdem hat es die 1951 im niedersächsischen Grünendeich geborene Forscherin mehrfach dorthin gezogen. „Bei meinem ersten Besuch setzte zunächst eine große Verunsicherung ein. Das lag zu einem Teil an der wissenschaftlichen Prägung meines Heimatlandes Deutschland“, erzählt die Professorin für Politikwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover. Was zu Hause relevant sei, verändere aus der Entfernung sein Gewicht. Fragen stellten sich anders. Perspektiven würden gebrochen. „Das ist der Reiz, wenn man in den USA forscht und sich dort längere Zeit aufhält.“
Christiane Lemkes zentrale Forschungsgebiete sind die europäische Integration und internationale Beziehungen. Abstand zu Europa und ein stärker vergleichender Ansatz gaben ihrer Arbeit entscheidende Impulse. „Ich habe damals in Harvard Theorien und Forschungsprojekte kennengelernt, die bis heute im Wissenschaftsdiskurs wichtig sind.“
Wichtig war zudem der wissenschaftlichen Stil, den Christiane Lemke in den USA kennen lernte und bis heute auch in Deutschland pflegt. „Die amerikanische Wissenschaft ist sehr Diskurs orientiert“, betont die Mitinitiatorin und Mitverantwortliche des Jean Monnet European Centers of Excellence Hannover, des fakultätsübergreifenden Zentrums für Europastudien an der Universität. Ihren ersten Aufenthalt in den USA beschreibt sie als ein Erlebnis von großer wissenschaftlicher Offenheit. „Das hat mich sehr stark geprägt“, sagt die Europaexpertin, die sich an der Leibniz Universität intensiv für die Organisation internationaler Konferenzen und den regen Austausch über Projekte oder unterschiedliche Ansätze in der Politikwissenschaft engagiert.
Gelegenheit zum Perspektivenwechsel und Austausch bietet ihre regelmäßige Lehrtätigkeit in den USA. Bereits 1988 übernahm Christiane Lemke eine DAAD an University of North Carolina at Chapel Hill/USA im Department of Political Science. Im Wintersemester 2010 wurde sie für zwei Jahre auf den mit dem DAAD eingerichteten Max-Weber-Lehrstuhl für Deutschland und Europastudien an der New York University berufen
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