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Gestern Stipendiat - und heute?
Emad Flear Aziz Bekhit
Chemiker, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
DAAD-Stipendium 1999, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin
"Ohne den DAAD hätte ich in Deutschland keine Karriere gemacht"
Der Chemiker Emad Flear Aziz Bekhit ist überzeugt: „Ohne den DAAD hätte ich in Deutschland keine Karriere gemacht“. Ursprünglich hatte der 1978 in Kairo geborene Ägypter gar nicht an ein Studium in Deutschland gedacht, sondern wollte lieber in die USA. Ein Stipendium des DAAD brachte den Umschwung: Während seines Bachelor-Studiums an der Universität von Kairo kam er 1999 zweimal für mehrmonatige Forschungsaufenthalte an die Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung nach Berlin. Wie alle Stipendiaten lud ihn der DAAD zu regelmäßigen Treffen ein. „Die Internationalität und die Offenheit dieser Treffen hat mich tief beeindruckt“, so Emad Aziz.
In Deutschland gefiel es ihm so gut, dass er sich 2001 entschloss, seinen Master an der Freien Universität von Berlin zu machen. Anschließend forschte er für seine Promotion an der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) in Adlershof, dem heutigen Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB). Für seine Doktorarbeit, die er 2008 abschloss, erhielt Emad Aziz zwei Auszeichnungen, den Dissertationspreis Adlershof und den Ernst-Eckard-Koch-Preis. Dabei entwickelte er eine Experimentierkammer, das sogenannte „Liquidrom“. Sie ermöglicht es erstmals, Stoffe in wässriger Lösung spektroskopisch zu untersuchen. Unter anderem hat er die Sauerstoffaufnahme im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, untersucht. Seine Ergebnisse könnten für die Drogentherapie, aber auch für ganz andere Fächer wie etwas die Solarzellforschung von Bedeutung sein.Die neuen Möglichkeiten der Spektroskopie lockten jedenfalls bereits einige internationale Forscher an das HZB. Zudem wurde Emad Aziz an die University of Berkeley nach Kalifornien eingeladen, um seine Technik dort zu etablieren.
Inzwischen leitet der Chemiker eine eigene Arbeitsgruppe am HZB und arbeitet zeitweilig auch an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz. „Berlin ist aber mein eigentliches Zuhause geworden“, sagt Emad Aziz, der inzwischen sogar die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt hat.
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