

Südamerika
Nelson Mendonca Mattos
Vice President Engineering bei Google
Jahresstipendium 1984 bis 1989 TU Kaiserslautern
"Unsere Mitarbeiter müssen auch die Aggressivität haben, ihre eigenen Ideen verfolgen zu können."
„Wir wollen nicht nur gute Leute, sondern solche, die auch Unternehmergeist zeigen“, sagte Nelson Mattos, Vice President Engineering bei Google, in einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung. „Unsere Mitarbeiter müssen technisch top sein, sie müssen aber auch die Aggressivität haben, ihre eigenen Ideen verfolgen zu können.“ Für diese eigenen Ideen stünden allen Mitarbeitern 20 Prozent ihrer Arbeitszeit zur Verfügung.
Google ist nicht nur die beliebteste Suchmaschine der Welt, sondern wegen ihrer speziellen Unternehmenskultur auch eine der beliebtesten Arbeitgeberinnen. Nelson Mattos, seit 2007 bei Google in Zürich, kümmert sich um die gesamte Entwicklung des Unternehmens in Europa, im Mittleren Osten und in Afrika: Der Informatiker ist zuständig für rund 800 Ingenieure, die in Deutschland, England, Irland, Russland, Skandinavien, Israel, Polen und der Schweiz in Google-Entwicklungszentren arbeiten. Der Brasilianer versucht, die Produktwünsche der Google-Anwender zu erfassen und entsprechend die Aufgaben der Entwicklungszentren zu definieren.
Seinen Master machte der 1959 geborene Nelson Mattos an der Universität Rio Grande do Sul in Brasilien. 1984 kam er mit einem DAAD-Stipendium an die TU Kaiserslautern. Dort promovierte er 1989 in Informatik und forschte zunächst als außerordentlicher Professor über Knowledge Base Management-Systeme. Bis heute veröffentlichte der Wissenschaftler mehr als 80 Arbeiten zu Datenbank-Management und verwandten Themen. Er hält 13 Patente und ist Autor des Buches „An Approach to Knowledge Base Management“
1991 wechselte Nelson Mattos als Gastwissenschaftler zu IBM in die USA. Dort machte er in den folgenden 15 Jahren eine steile Karriere. Zuletzt war er IBM Distinguished Engineer und Vice President of Information and User Technologies bei IBM Research. Er leitete Forschergruppen, die weltweit an Suchtechnologien, strukturierter und unstrukturierter Informationsverarbeitung oder Business-Collaboration-Tools arbeiteten. Er erstellte für IBM ein Portfolio von Produkten, die dem Unternehmen mehrere hundert Millionen Dollar einbrachten.
Dann 2007 der Wechsel zu Google. Schon beim Einstellungsgespräch zeigte sich die besondere Unternehmenskultur: Nicht Manager interviewten Nelson Mattos, sondern sein späteres Team. Bei Google gelten Regeln wie diese: „Teile alle Informationen mit allen“ oder „Der Nutzer kommt zuerst – danach das Geldverdienen“. Journalisten, die die Google-Zentrale besuchten, berichten über Billardtische, Wellness-Bereiche, Ruheräume mit Aquarien und als Schnellverbindungen zwischen den Etagen Feuerwehr-Rutschstangen. In dieser Atmosphäre sollen Innovationen gefördert und die Dominanz von Google gesichert werden.
Die Herausforderungen der Zukunft sieht Nelson Mattos in Technologien, die gesprochene Sprache in Videos für Suchmaschinen erfassen oder Bilder beschreiben und damit leichter auffindbar machen.
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