

Südamerika
Mario Vargas Llosa
Schriftsteller
Gast des Berliner Künstlerprogramms 1998
„Berlin ist eine inspirierende Erfahrung für
mich. Die Stadt ist ständig im Zustand der
Transformation.“
Seine Werke genießen in Deutschland große Popularität, er verkauft hier mehr Bücher als etwa in
Großbritannien oder den USA: Mario Vargas Llosa. Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, ist er
davon überzeugt, dass Literatur und politisches Engagement zusammengehören. Llosa wurde 1936 in Arequipa (Peru) geboren.
Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel
García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste
Erzählungen.
Llosa machte mit seinem politischen Engagement ernst und bewarb sich 1989 als Kandidat der oppositionellen „Frente
Democrático“ für die peruanischen Präsidentschaftswahlen. Er unterlag jedoch 1990 seinem politischen Gegner
Alberto Fujimori. Als es 1992 in Peru zum Staatsstreich kam, meldete sich Llosa zu Wort und attackierte das vom Militär gestützte
autoritäre Regime. Die Folge war sein Ausschluss aus dem peruanischen Schriftstellerverband.
Vargas Llosa zog sich aus der Politik zurück und suchte in Europa Abstand. Als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des
DAAD kam er 1998 zum zweiten Mal nach Berlin, um dort zu schreiben und sich von der Vielfalt und Lebendigkeit inspirieren zu lassen.
Er flanierte über den Kurfürstendamm, beobachtete die Menschen und lauschte ihnen: „Da kommen leicht zehn verschiedene
Sprachen zusammen.“ Heute lebt der Schriftsteller, der als Gastprofessor unter anderem in Harvard (1992) und Princeton (1993)
unterrichtete, mit seiner Frau in London, Paris, Madrid und Lima. Im Oktober 2005 verlieh die Berliner Humboldt-Universität ihm
die Ehrendoktorwürde. Im März 2006 vollendete Mario Vargas Llosa sein 70. Lebensjahr.
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