

Südamerika
Antonio Skármeta
Schriftsteller
1973 Gast des Berliner Künstlerprogramms
„Europa hat mein Schreiben stark beeinflusst.“
Ein Wanderer zwischen den künstlerischen Genres ist er, ebenso wie ein Reisender zwischen Chile und Deutschland.
Der Schriftsteller Antonio Skármeta verließ 1973 nach der Ermordung Salvador Allendes seine Heimat, ging zunächst
nach Argentinien und von da aus nach Berlin. Hier war der in Chile bereits bekannte und preisgekrönte Autor und Regisseur Gast
des DAAD-Künstlerprogramms. 15 Jahre blieb er in Berlin, schrieb Drehbücher, führte bei einigen Filmen Regie, schrieb
eine Lolita-Parodie über Steffi Graf. Berühmt wurde er durch seinen Film und den gleichnamigen Roman „Mit brennender
Geduld“ (1985), der die Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda und seinem Briefträger erzählt.
Die Neuverfilmung von 1995 mit Philippe Noiret wurde ein Welterfolg.
1989 – nach dem Ende der Pinochet-Diktatur – kehrte er mit seiner deutschen Frau nach Chile zurück. Dort gründete
er eine Schreibwerkstatt für junge chilenische Schriftsteller, die er nach Heinrich Böll benannte. Im Jahr 2000 kam er als
Botschafter Chiles für drei Jahre in die deutsche Hauptstadt zurück. Für sein literarisches und filmisches Werk erhielt
er zahlreiche internationale Preise, zuletzt 2003 den UNESCO-Preis und den spanischen Planeta-Preis. Heute lebt Antonio Skármeta in
Santiago de Chile. Im chilenischen Fernsehen moderiert er eine Literatursendung, die aktuelle Bücher vorstellt. 2005 erschien sein
jüngster Roman „Der Dieb und die Tänzerin“.
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